Daniel Freund

30. Januar 2026 Antikorruption

Bye bye, Hololei: Hoher Beamter der EU-Kommission muss gehen

DG Move Director-General Henrik Hololei (second from left) in Qatar
DG Move Director-General Henrik Hololei (second from left) in Qatar - all rights with the Ministry of Transport / CAPA

Er genehmigte sich selbst Frei-Flüge und ließ sich mit Luxusreisen kaufen. Nun wurde der ehemalige Generaldirektor der Europäischen Kommission, Henrik Hololei, entlassen. Das ist das Ergebnis einer internen Untersuchung der Kommission. Hololei ist damit die erste personelle Konsequenz aus dem Qatargate-Komplex in der EU Kommission.

Politico und Libération hatten aufgedeckt, dass Hololei kostenlose Business-Class-Flüge von Katar annahm, während seine Generaldirektion zwischen 2016 und 2021 das Luftfahrtabkommen mit dem Emirat verhandelte. Hololei genehmigte sich diese Flüge selbst und erklärte mögliche Interessenkonflikte eigenständig für ausgeschlossen. Später wurde zudem bekannt, dass er auch Luxusreisen und weitere Geschenke für sich selbst und seine Familie von der katarischen Regierung erhalten hat. Im Gegenzug soll er vertrauliche Dokumente an Vertreter Katars weitergegeben und Einfluss auf die Verhandlungen genommen haben. 

Auf Grundlage eines Berichts der EU-Antikorruptionsbehörde OLAF leitete die Kommission im März 2025 eine interne Untersuchung ein. Die Europäische Staatsanwaltschaft hat ebenfalls strafrechtliche Ermittlungen aufgenommen – diese dauern noch an.

Das von Hololei damals verhandelte Open-Skies-Abkommen verschafft Qatar Airways Zugang zu allen europäischen Flughäfen. Europäische Airlines erhalten im Gegenzug nur Zugang zum Drehkreuz Doha. Kritiker sprechen bis heute von Wettbewerbsverzerrung.

Daniel Freund, Koordinator der Grünen im Haushaltskontrollausschuss, kommentiert:

“Schön, dass die Kommission sich endlich an ihre eigenen Standards hält und Konsequenzen aus Qatargate zieht. Hololei hätte schon längst zurücktreten sollen. Wenn Kommissionsbeamte Freiflüge im Wert von mehreren zehntausend Euro annehmen, dann ist das inakzeptabel. Dass Hololei den Interessenkonflikt nicht erkannte, disqualifizierte ihn schon damals, als die Vergehen ans Licht kamen. Sein Abgang stellt nun auch das von ihm verhandelte Abkommen in Frage. Das sollte nun überprüft werden.

Der Fall Hololei zeigt einmal mehr, warum die bisherige Selbstkontrolle der EU-Institutionen nicht funktioniert. Wir brauchen unabhängige Kontrolle durch ein EU-Ethikgremium, auch für Kommissionsmitarbeiter.”