Unser NRW 08.05.2020

Besuch in Aachen: Grenze muss geöffnet werden, bevor sie in den Köpfen Fuß fasst

Ich habe heute die deutsch-belgische Grenze in meiner Heimat Lichtenbusch bei Aachen besucht. Der Grenzverlauf wird erst jetzt durch die Grenzschließung von belgischer Seite wieder spürbar. Die Menschen gehen normalerweise selbstverständlich auf beiden Seiten der Grenze einkaufen und arbeiten, sind in Vereinen und haben Freunde, Familie und Liebespartner. Plötzlich werden diese lang überwunden geglaubten Grenzen in der Ortsmitte wieder durchgesetzt. Lokale Medien berichten zudem von einer Zunahme von Ressentiments und Vorurteilen auf beiden Seiten der nun geschlossenen Grenze. Ich sehe diese Entwicklung mit Sorge.

Wir müssen die Grenzen wieder öffnen bevor sie auch in den Köpfen Fuß fassen. Nur gemeinsam als Europäer*innen können wir diese Krise meistern. Bei geltenden Abstandsregeln und Kontaktbeschränkungen auf beiden Seite einer Grenze, ist der zusätzliche Gewinn der Grenzschließung für die Gesundheit gleich Null. Grenzschließungen hingegen dividieren Menschen unnötig auseinander. Die Zeit der Passierscheine und Schlagbäume muss der Vergangenheit angehören. Die Ausbreitung des Corona-Virus wird nicht durch Grenzschließungen gestoppt.